Aus der Gnade des Sichtbaren - Arbeiten von Peter Kupka im Kloster Kirchberg
Peter Kupka versteht Malerei nicht als Handlung, sondern als Geschehen. Nicht er setzt das Bild fest. Es findet seinen Weg durch ihn.
Das Berneuchener Haus Kloster Kirchberg in Sulz am Neckar zeigt ab dem 22. März Werke von Peter Kupka.
„Was entsteht ist kein Produkt“, sagt Peter Kupka, „sondern ein Zustand. Kunst wird nicht gemacht. Sie ereignet sich. Aus Hingabe, aus Gnade, aus einem Moment, der sich nicht erzwingen lässt. Jenseits der sichtbaren Welt öffnet sich ein Raum, in dem Intuition spricht und das Unsichtbare Form annimmt.“
Aus dem Handwerk der Schriftenmalerei und der stillen Arbeit an sakralen Räumen als Restaurator wuchs sein Gespür für das Geistige hinter der Erscheinung. Farbe wurde Bedeutung, Fläche wurde Tiefe, Stille wurde Träger von Bewegung.
Kupkas Ölbilder entstehen Schicht um Schicht. Nicht als Abbild, sondern als Annäherung. An etwas, das sich entzieht. An das, was die sichtbare Welt im Innersten zusammenhält. Abstraktion wird dabei zum Tor, nicht zum Rätsel.
Getragen von innerer Sammlung und einem Leben in Verbundenheit wirkt der Glaube in seiner Arbeit nicht als Aussage, sondern als Gegenwart. Er durchzieht das Werk leise, fast unmerklich wie ein Atem. Diese Bilder erklären nichts. Sie lassen geschehen. Und öffnen den Blick für das Geheimnis, das bleibt.
Peter Kupka wurde 1969 in Eschenburg-Simmersbach (Deutschland) geboren. Ab 1980 lebte er auf der Schwäbischen Alb. Zunächst in Winterlingen, später in Albstadt-Ebingen. Dort fand er nicht nur seine Leidenschaft für die Kunst, sondern auch seine wahre Berufung. Die Verbindung von Glaube, Kreativität und handwerklichem Können wurde zum Mittelpunkt seines Lebens. 1992 zog Peter Kupka in die Schweiz, wo er bis heute mit großer Dankbarkeit lebt und wirkt. Hier hat er seine künstlerische Begabung entfaltet und ein tiefes Gefühl von Erfüllung in seiner Arbeit gefunden.
Die Ausstellung „Aus der Gnade des Sichtbaren“ ist vom 22. März bis 31. Juli 2026 im Erdgeschoss des Konventgebäudes des Berneuchener Hauses Kloster Kirchberg in Sulz am Neckar zu sehen. Das Haus ist täglich von 10.00 bis 18.00 Uhr geöffnet, der Eintritt ist frei.
Weitere Informationen zum Künstler: mwww.kunstraum-kupka.ch
Foto: Eisblume
Fotograf: Peter Kupka
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Künstlerstatement zum Bild „Eisblume“
Beim Malen dieses Bildes war ich in einem Zustand innerer Kälte. Nicht als Leere, nein, sondern als Spannung. Ich habe nicht nach einem Motiv gesucht, sondern nach einem Halt. Die Farbe habe ich aufgetragen, geschoben, wieder verletzt, als würde ich mich durch Schichten arbeiten, die Widerstand leisten.
Der untere Teil des Bildes entstand aus Schwere. Aus etwas Erdigem, Dunklem, das sich nicht ordnen ließ. Erst später haben sich daraus aufsteigende Formen gezeigt. Ich habe sie nicht geplant. Sie waren plötzlich da… fragil, aufrecht, wie etwas das trotz allem wächst.
Das Helle im oberen Bildraum habe ich nicht als Himmel gedacht, sondern als Stille. Als einen Zustand, in dem nichts mehr drängt. Dorthin wollte ich nicht, ich habe mich nur angenähert. Zwischen unten und oben blieb eine Spannung, die ich bewusst nicht aufgelöst habe.
Ich habe gemalt, ohne zu wärmen. Ohne zu trösten. Die Eisblume ist für mich ein Bild des Ausharrens. Von Glauben, der nicht brennt, sondern standhält. Von Leben, das sich selbst im Frost eine Form sucht.
Peter Kupka