Die Tagzeitengebete im Berneuchener Haus

Vier Tagzeitengebete, auch Stundengebete genannt, prägen den Tageslauf auf dem Kirchberg:

  • das Morgengebet (Laudes) beginnt um 7.45 Uhr
  • um 12 Uhr ist das Mittagsgebet (Sext)
  • um 18 Uhr halten wir das Abendgebet (Vesper)
  • den Abschluss bildet um 21 Uhr das Nachtgebet (Komplet)

Im Sommerhalbjahr feiern wir die Gebete auf der Nonnenempore, im Winter versammeln wir uns dazu in der Elisabethkapelle.

Einführung in die Tagzeitengebete

Die Gebetszeiten wollen gemeinsame Rast auf dem Weg durch den Tag sein. In wechselnden Psalmen und Liedern bringen sie Lob und Klage, Ängste und Zuversicht zum Ausdruck und laden ein, unsere eigenen Gefühle und Gedanken damit zu verbinden.

Diese Form des Gebetes stammt aus der Zeit vor der Spaltung der abendländischen Christenheit, ist also katholischen und evangelischen Christen gemeinsam.

Die Psalmen werden im Wechsel zwischen Kantor und Gemeinde in der Singweise der Gregorianik gesungen. Psalmen, Lieder, Lesungen und Gebete sind nach dem Wochentag und der Zeit im Kirchenjahr ausgewählt. Die Lesungen beziehen sich auf das Thema der jeweiligen Woche, das besonders im Wochenspruch zum Ausdruck kommt.

Mit dem Morgenlob begrüßen wir den beginnenden Tag und stellen ihn und uns unter Gottes Segen.

Im abendlichen Gebet der Vesper legen wir das Tagwerk in Gottes Hand zurück und vertrauen ihm in der Fürbitte die Menschen und Ereignisse an, die uns bewegen.

Im Mittagsgebet verbinden uns die Lebensgeschichten mit Frauen und Männern, die uns im Glauben vorangegangen sind. Die dreimal drei Schläge der Angelusglocke „betonen“ die Worte von der Menschwerdung Gottes in Christus, an die wir zu dieser Stunde denken. Am Sonntag und donnerstags verbindet uns das Gebet um Frieden in der Welt und die Einheit der Christen mit vielen Menschen und Gemeinschaften.

Das Nachtgebet hat nur ganz wenige wechselnde Stücke; seine immer gleichen Worte und Melodien prägen sich durch Wiederholung ein und erleichtern ein meditatives Beten und Singen.