22.08.2014

„Vorbei am Acker der Kindheit“

Lesung mit Angelika Holweger

Am 5. September findet im Berneuchener Haus Kloster Kirchberg in Sulz am Neckar eine Lesung mit der Lyrikerin Angelika Holweger statt.
Sie liest aus ihrem Buch „Vorbei am Acker der Kindheit – Haiku und Haibun“.
Ihr Sohn, Ulrich Holweger begleitet sie auf der klassischen Gitarre.
Die Lesung beginnt um 19.30 Uhr im Kreuzgang, der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen.

Schon immer hat Angelika Holweger gerne Gedichte geschrieben, dabei wurde ihre Lyrik mit der Zeit immer kürzer. Als sie dann „Haiku“, die kürzeste japanische Gedichtform entdeckte, dachte sie sich: Das könnte meine sein.
„Der Haiku-Altmeister Basho sagt: Um Haiku zu schreiben, werde ein drei Fuß großes Kind. Das soll aber nicht heißen, dass Haiku schreiben eine einfache  Angelegenheit ist oder gar ein „kindisches“ Verhalten zeigt“, erzählt Angelika Holweger. „Nein, im Gegenteil. Haiku dichten ist mitunter sehr anstrengend und sehr anspruchsvoll.“
Die Sprache der Haiku ist schlicht, nicht aufgebauscht, ohne Schnörkel und Verzierungen. Vor allem die frühen Haiku – die Gedichtform entwicklete sich bereits etwa 750 nach Christus – waren religiös geprägt und hängen eng mit der japanischen Tuschmalerei zusammen.
Ein Haiku-Beispiel aus Angelika Holwegers Buch „Vorbei am Acker der Kindheit“: barfuß in der Wegwartenwiese den Himmel betreten.
Über die Jahre und den Austausch mit anderen Fans der japanischen Dichtung vertiefte sich Angelika Holweger immer mehr in die Kunst von Haiku und auch Haibun, einer bestimmten Form der japanischen Kurzprosa. Die Epfendorferin wurde Mitglied in der Deutschen Haiku-Gesellschaft und fand über die intensive Beschäftigung mit der japanischen Wortkunst bald eine besondere Leidenschaft: die Kettendichtung. Mehrere Dichter sind dabei am Dichtungsprozess beteiligt. Meist beginnt ein Dichter mit einem Dreizeiler, der oder die nächste hängt einen Zweizeiler dazu. „Diese Kettendichtung kann aber auch endlos lang im Wechsel von Dreizeiler und Zweizeiler mit vielen, vielen Teilnehmern gedichtet werden. Je mehr verschiedene Menschen sich daran beteiligen, um so größer ist die Spannung im Gesamtwerk“, stellt Angelika Holweger fest.
2013 veröffentlichte Angelika Holweger ihr zweites Buch, den Gedichtband „Vorbei am Acker der Kindheit“, worin sich auch zahlreiche Acrylbilder und Collagen auf Holz der 60-Jährigen finden.
Neben der Dichtung begeistert sich Angelika Holweger, dreifache Mutter und beruflich als Büroangestellte tätig, nämlich auch für die Malerei, verfeinert ihre Kunst seit mehr als 10 Jahren an einer privaten Kunstschule. Aktuell beschäftigt sie sich mit Holzschnitten.
Die künstlerische Ader haben auch die Kinder Angelika Holwegers geerbt. Ihr ältester Sohn Ulrich, eigentlich Informatiker spielt klassische Gitarre und wird seine Mutter bei der Lesung im Kloster Kirchberg stimmungsvoll begleiten.

„Vorbei am Acker der Kindheit – Haiku und Haibun“
Lesung mit Angelika Holweger und Ulrich Holweger an der klassischen Gitarre
5. September 2014, 19.30 Uhr
Berneuchener Haus Kloster Kirchberg
72172 Sulz am Neckar
Eintritt frei, Spenden willkommen