06.08.2018

Von Uganda auf den Kirchberg: Neue Bufdis im Berneuchener Haus

 

„Bundesfreiwilligendienst“ - Aaron Kigozi spricht das Wort langsam Silbe für Silbe aus und schüttelt lachend den Kopf. Ganz schön schwierig diese deutsche Sprache. „Aber jeden Tag lerne ich ein paar Wörter neu. Mindestens eins am Tag.“ Und wieder lacht der junge Mann aus Uganda. Seit dem 2. Juli ist Aaron Kigozi als Bufdi - Bundesfreiwilliger - im Kloster Kirchberg in Sulz am Neckar.

Nach Deutschland kam er gemeinsam mit seiner deutschen Frau, die hier vor knapp vier Monaten ihr gemeinsames Kind, die Tochter Mina Maria, auf die Welt brachte. Bis Februar 2019 bleibt die kleine Familie nun in Sulz-Sigmarswangen, verbringt die Elternzeit hier.
Aaron Kigozi hat in Uganda Einkauf und Logistikmanagement studiert und bis letztes Jahr für ein Unternehmen gearbeitet. Dann machte er sich selbständig und eröffnete mit einem Partner eine Autowerkstatt.
Seine Frau, die für die Welthungerhilfe in Uganda arbeitet, lernte er über Freunde kennen, seit zwei Jahren sind die beiden verheiratet. Die Zeit in Deutschland wollte der 29-Jährige nicht nur nutzen, um Land und Leute kennenzulernen, sondern auch, um „etwas zu machen und etwas über die deutsche Arbeitskultur zu lernen.“ Auf den Kirchberg kam er durch den Kontakt seiner Frau mit einer ehemaligen Auszubildenden vom Berneuchener Haus. Er besuchte das Kloster zum 60jährigen Jubiläum im Mai und fand Gefallen an der Möglichkeit, hier als Bufdi zu arbeiten. Der Kirchberg sei „a good space“, sagt er, „ein guter Ort“ und „wunderbar“ findet er die Atmosphäre hier. Was er denn so alles an Aufgaben habe, wollen wir wissen: „Oh Gott, die Liste ist lang“, meint er und lässt wieder sein herzliches Lachen erklingen. In der Küche ist er im Einsatz, beim Service, andere Bereiche werden in den kommenden Monaten sicherlich noch dazu kommen. Und was die Arbeit in einem großen Haushalt - so etwas Ähnliches ist ja das Tagungshaus auf dem Kirchberg  - betrifft, ist Aaron Kigozi auch nicht ganz unerfahren. Immerhin gehören zu seiner Familie in Uganda drei Schwestern und acht Brüder.

Ein weiterer neuer Bufdi ist ein bekanntes Gesicht auf dem Kirchberg: Reinald Kühnau. Der Berliner war bereits von Mai 2012 bis Juni 2013 als Bundesfreiwilliger auf dem Kirchberg, nun kehrt er für 18 Monate zurück: „Ich könnte sagen: Es war so schön auf dem Kirchberg, dass ich wieder hin möchte – aber das wäre zu einfach. So schnell mal eben wurde die Entscheidung im Alter von 52 nicht getroffen. Streng zu beachten war die Regel, dass zwischen den Bundesfreiwilligendiensten 5 Jahre liegen müssen. Eine gute Regel. Sonst hätten mich die Kirchberger womöglich schon früher ertragen müssen“, meint Reinald Kühnau lachend. In den vergangenen fünf Jahren war Reinald Kühnau fast durchgängig im Bereich Garten und Grünflächenpflege tätig – an zahlreichen unterschiedlichen Stellen, vom Alb-Gold Kräutergarten, über die Betreuung einer Grünen Gruppe mit behinderten Menschen, bis hin zum Gärtner bei der Berliner Charité. „Jetzt freue ich mich auf die Arbeit von Kirche bis Küche auf dem Kirchberg und auf alle Mitarbeiter und die Gäste.“