24.09.2018

Symposion „Religion und Politik“ - Theaterabend mit der Berliner Compagnie

Fotos: Berliner Compagnie - Ida Henschel

Christsein ist keine Privatsache. Christinnen und Christen übernehmen  Verantwortung in Politik und Gesellschaft. Wie aber können Menschen in der Politik für ihre christlichen Überzeugungen eintreten? Inwiefern wirkt sich eine spirituelle Haltung aus? Welche Konsequenzen lassen sich für das Handeln ableiten? Was sind die Ursachen des Populismus, der sich gegen Meinungsvielfalt wendet, Ängste schürt und vorgibt, das „wahre Volk“ zu vertreten? Wie kann man groben Vereinfachungen und platten Parolen begegnen? Muss eine demokratische Politik nicht statt auf schnelle Antworten vielmehr auf einen offenen und kontroversen Diskurs setzen? Welche Gestaltungsfreiheit haben Politikerinnen und Politiker in der Praxis?

Ein Symposion vom 9. bis 11. November im Berneuchener Haus Kloster Kirchberg in Sulz am Neckar lädt zur Auseinandersetzung mit diesen Fragen ein. Den Anfang am Freitagabend macht ein Vortrag zum spannenden Verhältnis von Religion und Politik mit dem Politik- und Verwaltungswissenschaftler Dr. rer. soc. Markus Weingardt. Weingardt leitet bei der Stiftung Weltethos in Tübingen den Bereich Frieden.

Am Samstagmorgen stellt Dr. Christian Boeser-Schnebel  das Argumentationstraining gegen Stammtischparolen vor: Populisten Paroli bieten.

Anschließend referiert der Beauftragte der Evangelischen Landeskirchen in Baden und Württemberg bei Landtag und Landesregierung, Kirchenrat Volker Steinbrecher, zum Thema „Platz für Spiritualität? Kann und soll sich Kirche in die Politik einmischen?

Das nachmittägliche Podiumsgespräch ist mit politischen Hochkarätern besetzt: Ivo Gönner, SPD, ehemaliger Oberbürgermeister von Ulm; Volker Kauder, Vorsitzender der CDU/CSU Fraktion im Bundestag; Boris Palmer, grüner Oberbürgermeister von Tübingen und Pascal Kober (FDP) und Mitglied im Bundestag. Geleitet wird die Diskussionsrunde von Artur Egle-Theurer, dem Leiter des Evangelischen Bildungswerkes Balingen und Sulz, das für diese Veranstaltung Kooperationspartner vom Berneuchener Haus ist.

Am Samstagabend dann, 10. November, greift die renommierte Theatergruppe „Berliner Compagnie“ die Thematik auf ihre Weise auf. Ihr Stück „Das Bild vom Feind – Die Ukraine, Putin, US-Geopolitik und der geheimnisvolle Gleichklang unserer Medien“ zeigt, wie Kriege entstehen. Das Stück möchte – unterhaltsam in Szene gesetzt – zum Engagement ermutigen: für eine gerechtere Gesellschaft, für eine faire Weltwirtschaft, für gewaltfreie Lösungen barbarischer Konflikte.

Theaterabend mit der Berliner Compagnie: Das Bild vom Feind
Ort: Stadthalle im Backsteinbau, 72172 Sulz
Beginn: 20 Uhr
Eintritt: 18,00 €; Schüler, Studenten: 12,00 €

Kartenvorverkauf:
Empfang/Klosterladen Berneuchener Haus Kloster Kirchberg (Sulz)
Blass Erlebniswelt GmbH(Sulz, Bahnhofstraße 40)
Buchlese (Sulz, Marktplatz 10)
Buchhandlung Rieger (Balingen, Ölbergstraße 12)

Parallel zu Symposion und Theaterabend  findet – ebenfalls in der Stadthalle Sulz – eine Kunstausstellung zum Thema „Druck gegen Rechtsruck“ statt.
Anlässlich 100 Jahre Novemberrevolution stellen Studierende der Kunstakademien Stuttgart und München aus.
Die Ausstellung wird unterstützt vom SPD Kreisverband Rottweil, den Naturfreunden, dem DGB, der Stadt Sulz, der Kreissparkassenstiftung Rottweil, der AWO, der Volkshochschule Rottweil, dem Kultur- und Heimatverein Sulz, dem Landratsamt Rottweil, dem Gustav-Bauernfeind-Museum und dem Berneuchener Haus Kloster Kirchberg.

Rahmenprogramm der Ausstellung:
Zur Eröffnung der Ausstellung am 9. November um 19 Uhr gibt es einen Vortrag von Klaus Schätzle über die Arbeiter-, Bauern- und Soldatenräte im Kreis Rottweil.

Am 10. November um 20 Uhr findet der Theaterabend mit der Berliner Compagnie statt.

Am 14. November gibt es einen Liederabend mit Pius Jauch und am 15. November einen Vortrag von Richard Weinzierl (Leiter des Gustav-Bauernfeind-Museums): Johann Baptist Bauernfeind und die Revolution von 1848/49.