05.11.2015

Neue Seminare, ein schwieriger Sommer und fehlende Tagungsräume

Lothar Hölzle (links) und Matthias Gössling beim Jahrespressegespräch

Jahrespressegespräch 2015 im Kloster Kirchberg

„Unser Rekordergebnis von 2013 mit 18.427 Übernachtungen konnten wir in 2014 nicht erreichen“, so Lothar Hölzle, kaufmännischer Leiter im Berneuchener Haus Kloster Kirchberg beim Jahrespressegespräch im Berneuchener Haus Kloster Kirchberg am 5. November. „Das Ergebnis in 2014 lag bei 16873 Übernachtungen. Für 2015 mussten wir die Pläne erneut anpassen; es war ein schwieriger Sommer. Wir werden wohl so in etwa 16.500 statt der geplanten 17.800 schaffen.“ Anlass zum Optimismus gibt allerdings das Umsatzergebnis bei den Mahlzeiten der Gäste, hier konnte in 2014 eine Steigerung um 14% verzeichnet werden, und der Zuwachs hält an. Deshalb will man auf dem Kirchberg das kulinarische Angebot weiter ausbauen, setzt auf individuelle Angebote wie z.B. Grillfeste und auf ein hochwertiges Getränkeangebot.  So gibt es seit Kurzem eine Kooperation mit dem Staatsweingut Weinsberg, ein hochwertiger Riesling und ein Lemberger werden als Edition Kloster Kirchberg abgefüllt und etikettiert und auf dem Kirchberg ausgeschenkt.

Straßenarbeiten bremsen positive Entwicklung aus

Nach einer Steigerung um 14% in der Schenke und 5% im Klosterladen 2014 sehen die Ergebnisse für 2015 wenig rosig aus. „Die Bauarbeiten und die Straßensperrungen haben viele Besucher davon abgehalten, auf den Kirchberg zu kommen. Weniger die Teilnehmer von Veranstaltungen, aber die Kunden von Klosterladen und Schenke.“ Lothar Hölzle spricht von einem drastischen Rückgang von 9% im Laden und 6% in der Schenke. Seitdem die Straße wieder geöffnet ist, zeigt sich ein Aufwärtstrend.

Herausforderungen und Aufgaben

Sinkende Übernachtungszahlen, geringere Verweildauer – ein Trend, der sich auf dem Kirchberg fortsetzt. Schwierig auch die Situation mit den Tagungsräumen. Sind mehrere Gruppen gleichzeitig auf dem Kirchberg, können nicht alle Raumwünsche erfüllt werden. Kurzfristig ist dieses Problem nicht zu lösen, langfristig ist der Umbau der Oberen Scheuer geplant. Der Einzugstermin wird jedoch nicht vor 2018 sein. Im Erdgeschoss soll ein großer, teilbarer Tagungsraum entstehen, im OG ein Meditationsraum sowie Raum für die Kunstsammlung Uhrig. „Derzeit läuft noch die Abstimmung der Finanzierung, der Verein Berneuchener Haus müsste nach aktuellem Stand den Löwenanteil tragen, das ist nicht zu stemmen. Entsprechende Bemühungen laufen“, berichtet Lothar Hölzle.
Was den Verantwortlichen des Hauses immer wieder wichtig ist, zu betonen: „Wir sind kein Hotel, sondern ein Tagungshaus und geistliches Zentrum.“ Davon zeugen auch die zahlreichen regelmäßigen Treffen der drei Berneuchener Gemeinschaften auf dem Kirchberg.  „So fanden in diesem Jahr mehrere Michaelsfeste der verschiedenen Konvente statt“, unterstrich Lothar Hölzle den geistlichen Charakter des Hauses.

Mitgliederentwicklung

Aktuell hat der Verein Berneuchener Haus e.V. – der Trägerverein des Berneuchener  Hauses Kloster Kirchberg - 598 Mitglieder. In 2014 gab es 9 Eintritte und in 2015, Stand Ende Oktober, 10. Allerdings macht dies die Austritte (2014: 25; 2015: bisher 14) nicht wett. Gründe für die Austritte sind jedoch meist altershalber oder die Mitglieder sind verstorben.  

Letzte Ruhestätte Kirchberg

Nachdem der Wunsch, die letzte Ruhestätte auf dem Kirchberg zu finden, mittlerweile von zahlreichen Vereinsmitgliedern geäußert wurde, der Nonnenfriedhof jedoch geschlossen ist, verfolgen die Verantwortlichen im Berneuchener Haus die Idee eines Kolumbariums hinter der Johanniskirche. Eine Künstlerin hat bereits erste Entwürfe gemacht und das Genehmigungsverfahren bei der Stadt Sulz läuft.

Musikalische Höhepunkte auch in 2016

„Am Reformationstag platze die Kirche aus allen Nähten“, so Pfarrer Matthias Gössling, Geistlicher Leiter auf dem Kirchberg, über das jüngste Konzert am 31. Oktober. „Die Musikalischen Vespern und Konzerte haben sich so etabliert, das hätte ich nicht gedacht. Der kontinuierliche Einsatz unseres jungen Kantors David Bosch und sein weitreichendes Netzwerk zu Musikern im Land macht sich bemerkbar.“
Von David Bosch stammte auch die Idee, alle Konzert für 2016 auf ein hübsches Lesezeichen zu drucken – auf der Vorderseite ziert es eine Ansicht der historischen Kirchberger Orgel – das am Empfang und im Klosterladen kostenlos erhältlich ist.
Die musikalischen Seminare 2016 bringen altbewährtes wie die weihnachtlichen und österlichen Singwochen, teils mit neuer Leitung – so wird KMD Prof. Jürgen Budday, der jahrelang die musikalischen Geschicke im Kloster Maulbronn führte, die Singwoche Ende März leiten. Ein anderes Seminar, schon Ende Januar, widmet sich den Liedern des Pfarrers und Michaelsbruders Arno Pötzsch.
„Erstmals bieten wir im Mai Gospelsingen an“, erzählt Matthias Gössling und im selben Monat gibt es eine Liedernacht mit Helge Burggrabe, dessen Seminare sehr beliebt sind, so dass es bei seinen Veranstaltungen regelmäßig Wartelisten gibt.“

Neue Feriengemeinschaft: Der Erlebnissommer

2015 war die Feriengemeinschaft für Familien, Alleinerziehende und Alleinstehende jeden Alters leider mangels Teilnehmern ausgefallen – im August 2016 startet ein Nachfolgeangebot, der Erlebnissommer im Kloster. Unter dem Motto „Erdennah & Himmelweit“ gibt es ein umfangreiches Workshopangebot mit kreativen, sportlichen und geistlichen Inhalten sowie einem Rahmenprogramm für Menschen jeden Alters – inklusive Kinderbetreuung. „Dazu haben wir zum ersten Mal eine ausführliche und sehr aufwändig gestaltete Informationsbroschüre herausgebracht, die Interessierte bei uns anfordern können“,  so Matthias Gössling bei der Vorstellung des Veranstaltungsplanes 2016 im Rahmen des Jahrespressegesprächs.

Kongress Meditation und Religion

Ein Novum ist auch der Kongress Meditation und Religion im November, der sich in Vorträgen und Praxis verschiedenen Konfessionen und Meditationsformen widmet. Die Veranstaltung wird Einführungen in Zen (Buddhismus), Herzensgebet (Christentum) und Dhikr (Islam) sowie praktische Elemente bieten.

Wein & Bibel, Luther und Lebe leichter

Im Seminar Wein und Bibel im September geht es um die zahlreichen Zeugnisse des Weines in der Bibel und um die direkte Begegnung mit dem Rebensaft – beim Besuch eines Weingutes und einer Weinverkostung mit einer Önologin.
Auch wenn erst 2017 das Lutherjahr gefeiert wird, der Kirchberg beleuchtet schon im Juli 2016 den Jubilar und sein spirituelles Wirken.
Bereits im Juni wird das Programm „Lebe leichter“ in einem dreitägigen Seminar vorgestellt. Die Veranstaltung will mit Informationen zu Ernährungsfragen und Nordic Walking Impulse zu Bewegung und Entspannung und damit zu einem gesunderen und leichteren Lebensstil geben.

Weitere Informationen über das Berneuchener Haus Kloster Kirchberg in Sulz am Neckar sowie den ausführlichen Veranstaltungsplan 2016 finden Sie unter www.klosterkirchberg.de.