27.08.2019

Neue Perspektiven finden: Bundesfreiwilligendienst im Kloster Kirchberg

Foto: Heike Volz

„Ich war auf der Suche nach einer neuen Perspektive“, erzählt Svenja Fillies, die neue Bundesfreiwillige im Berneuchener Haus Kloster Kirchberg, „und ich habe jemanden vom Bodensee kennengelernt“, setzt sie mit einem Lächeln hinzu. Deshalb hat die gelernte kaufmännische Angestellte, die zuletzt in der Buchhaltung und im Kundenempfang gearbeitet hat, ihrem sicheren Job im Nordrhein-westfälischen Siegen den Rücken gekehrt und ist nun – nicht gar zu weit vom Schwäbischen Meer entfernt – als Bufdi im Berneuchener Haus in Sulz am Neckar aktiv.
Es sollte auf jeden Fall ein geistliches Haus sein, in dem die 45Jährige ihren Freiwilligendienst absolvieren wollte; von den Klöstern und Kommunitäten im Süden, die sie angefragt hat, gab es jedoch nur im Berneuchener Haus die Möglichkeit eines Bundesfreiwilligendienstes.
„Ich war schon zu Stillen Wochen im Kloster Gnadenthal und in Siegen habe ich eine Gruppe kennengelernt, die das Herzensgebet anbietet. Diese Form der Meditation finde ich sehr spannend, und es passt gut, dass das Herzensgebet auch hier im Kloster Kirchberg einen festen Platz hat.“ Für ihre Zeit im Berneuchener Haus hat Svenja Fillies den Vorsatz gefasst, das Herzensgebet noch mehr zu praktizieren. „Da ist es schön, dass ich hier jederzeit eine Kirche aufsuchen kann und dass ich von der Arbeit eine Rückzugsmöglichkeit habe.“ 
Zwar macht die körperliche Arbeit in Haus und Hof Svenja Fillies noch etwas zu schaffen, „ich bin das von meiner bisherigen sitzenden Tätigkeit her nicht gewohnt, aber so langsam gewöhne ich mich etwas daran“, sagt sie. „Vom Menschlichen her fühle ich mich hier sehr wohl, die Arbeit ist abwechslungsreich und vielfältig. Ich finde es spannend, das Leben hier kennenzulernen, zum Beispiel mit den Tagzeitengebeten.“ Und dass sie hier viele Menschen trifft, das ist zwar ein wenig eine Herausforderung für sie, weil sie viel allein gelebt hat, aber die Umstellung sieht sie auch als Chance: „Man reift ja daran, wenn man mit Menschen zu tun hat und sich mit ihnen beschäftigt und auseinandersetzt.“
Das Jahr im Kloster Kirchberg will Svenja Fillies auch dazu nutzen, um darüber nachzudenken, wie es danach weitergeht: Kehrt sie nachhause zurück oder bleibt sie im Süden? In ihrer freien Zeit will Svenja Fillies ihrer Leidenschaft, dem Lesen, nachgehen und vielleicht auch in die Pedale treten. „Ich bin mal gespannt, ob ich bei der vielen körperlichen Betätigung noch Lust habe Rad zu fahren.“ Das Rennrad hat sie auf jeden Fall mitgebracht und die schöne Landschaft ums Kloster herum ist mindestens genauso hügelig wie in der alten Heimat im Siegerland.