05.02.2020

Neue Erfahrungen sammeln: Freiwilligendienst im Kloster Kirchberg

„Ich wollte nach dem Abitur nicht direkt studieren, eher einen Kontrast zur Schule haben. Und ich habe nach einer Möglichkeit gesucht, neue Erfahrungen zu sammeln und mich persönlich weiterzuentwickeln“, begründet Adriane Pfau den Entschluss, ein Freiwilliges Soziales Jahr, kurz FSJ, zu absolvieren.
Im Internet sucht die junge Frau aus Unterbrändi, einem kleinen 80-Seelen-Ort im Kreis Freudenstadt, nach freien FSJ-Stellen in ihrer Gegend und wurde beim Berneuchener Haus Kloster Kirchberg in Sulz fündig. „Mir war es wichtig, praktisch und draußen arbeiten zu können. Ein Altenheim oder ein Kindergarten wären nichts für mich gewesen. Das Kloster Kirchberg ist ein besonderer Ort und ich habe mir das FSJ hier spannend vorgestellt“.
Ein weiterer Grund, sich für das FSJ im Berneuchener Haus zu entscheiden: „Der Glaube ist mir im Leben sehr wichtig und ich denke, dass ich hier auf dem Kirchberg auch innerlich wachsen kann.“
Bevor es im vergangenen Dezember für Adriane Pfau auf dem Kirchberg los ging, hat sie im Sommer erst einmal sieben Wochen bei einem Sanitärproduzenten in der Montage gearbeitet. Das war eine Erfahrung, die die Abiturientin sehr geprägt hat: „Es hat mir so gutgetan, mal etwas anderes als die Schule zu sehen und zu erleben. Zu ein paar Menschen, die ich dort kennengelernt habe, habe ich immer noch Kontakt. Dafür bin ich wirklich sehr dankbar."
Als Belohnung für die Arbeit gönnte sich die 20-Jährige einen dreiwöchigen Aufenthalt in Kanada, denn „das war lange schon ein Traum“ von ihr.
Seit dem 2. Dezember ist Adriane Pfau nun auf dem Kirchberg als FSJlerin im Einsatz und ihr Fazit nach zwei Monaten fällt ausgesprochen positiv aus: „Ich finde es interessant hier und ich lerne jeden Tag etwas Neues dazu. Langweilig wird mir nicht“, setzt sie mit einem Lächeln hinzu.
Insbesondere die vier Tagzeitengebete, die sie vorher nicht kannte, und in die sie nun auch aktiv beim Küstern* eingebunden ist, haben es Adriane Pfau angetan: „Ich gehe gerne in die Gebete und ich mag den Küsterdienst. Es tut gut, wenn der Tag eine Struktur hat und man im oft hektischen Alltag zur Ruhe kommen kann. Es ist schön, dass die Tradition der Stundengebete hier weitergeführt wird.“
Auch dass sie auf dem Kirchberg auf die unterschiedlichsten Menschen trifft und sich aus diesen Begegnungen oft anregende Gespräche ergeben, schätzt Adriane Pfau.
Für die Zeit des FSJ hat sie ein Zimmer auf dem Kirchberg bezogen. Es war eine Umstellung, aber sie weiß es auch zu genießen, von Zuhause weg zu sein und neue Dinge zu erleben und Abwechslung zu haben.
„Ich freue mich schon auf den Frühling und den Sommer, wenn die Tage wieder länger werden“, meint Adriane Pfau noch zum Schluss. „Dann kann ich im Garten arbeiten und beim Spazierengehen die wunderschöne Landschaft um den Kirchberg herum erkunden."

*Küstern bezeichnet die Tätigkeiten, die eine Küsterin bzw. Mesner vor und während des Gottesdienstes oder des Tagzeitengebetes übernimmt, z.B. das Ausgeben der Gesangbücher oder das Läuten der Glocke