04.03.2019

Neue Ausstellung im Kloster Kirchberg: "edge to edge - zwei Fotografien, ein Bildwerk"

„Alles wird wohl beim Sichten und Sortieren von Abzügen und Vergrößerungen angefangen haben. Und der Zufall spielte von vorn herein mit. Da lagen auf dem ausgebreiteten Bilderhaufen Fotografie leicht schräg verlagert, übereinander, auch nebeneinander. Und bisweilen stieß Kante an Kante: edge to edge. Doppelbilder entstanden, die „irgendwie“ zusammenpassten.“
So beschreibt Gerhard Marcel Martin selbst die Entstehungsgeschichte seiner Fotocollagen, die zurzeit im Berneuchener Haus Kloster Kirchberg in Sulz am Neckar zu sehen sind.
Die Werke zeigen Spiegelungen von Stadtansichten, Gebäuden, Objekten Landschaften und damit vermeintlich Bekanntes. Doch sieht man genauer hin, stellt man fest, dass die Spiegelung nur eine vermeintliche ist. Man sieht das gleiche Motiv, aber es ist „doch ein anderer Ausschnitt, eine andere Perspektive oder das Ganze auf dem Kopf. Irgendetwas stimmt hier nicht und ist in seiner Gestalt doch völlig stimmig“, wie der Künstler Rainer Lather feststellt: „Kante an Kante mit verwandten Strukturen, Linien, Flächen und Farben konfrontiert, lösen sich die Gegenstände dieser Fotografien plötzlich auf und ich erkenne neue Zusammenhänge.“

Gerhard Marcel Martin, 1942 in Düsseldorf geboren, ist evangelischer Theologe und Hochschullehrer. Er studierte Evangelische Theologie und Philosophie in Wuppertal, Tübingen, Heidelberg und Bonn und schloss sein Studium 1967 mit der ersten theologischen Prüfung bei der Evangelischen Kirche im Rheinland ab. Von 1970 bis 1975 arbeitete er als Wissenschaftlicher Assistent am Fachbereich Evangelische Theologie der Universität Tübingen. Dort promovierte er 1973 zum Doktor der Theologie. Von 1975 bis 1982 war er Studienleiter und später stellvertretender Direktor an der Evangelischen Akademie Arnoldshain. Von 1982 bis 2007 war er Professor für Praktische Theologie an der Philipps-Universität Marburg. In den Jahren 2006 bis 2008 war er Gastprofessor an der buddhistischen Otani University Kyoto in Japan.

G.M. Martin befasst sich insbesondere mit Fragen der mehrdimensionalen Auslegung religiöser Texte, entwickelte in Deutschland maßgeblich das Bibliodrama mit – war auch schon Referent eines Bibliodrama-Seminars im Berneuchener Haus – forscht zu Fragen der Spiritualität und fördert und führt den Dialog zwischen Theologie und Tiefenpsychologie sowie Theologie und Ästhetik.

Die Ausstellung „edge to edge“ von Gerhard Marcel Martin ist noch bis Ostern im Berneuchener Haus Kloster Kirchberg in Sulz am Neckar zu sehen. Die Collagen werden im Erdgeschoss des Konventgebäudes gezeigt, die Ausstellung kann von 9 bis 18 Uhr besucht werden.