02.07.2012

Jahresmitgliederversammlung Verein Berneuchener Haus

Der neue Vorstand des Vereins Berneuchener Haus e.V.: (v.l.: Christian Brinkmeyer, Jürgen Renner, Harald Nier, Steffen Bohnet, Margret Häßler, Matthias Gössling, Lothar Hölzle)

Der neue Verwaltungsrat des Vereins Berneuchener Haus e.V. (v.l.: Ulf Pomerenke, Dr. Manuel Zahn, Agnes Weber, Eva-Maria Knappe, Dr. Sabine Bayreuther, Magdalena Lotz, Dr. Frank Lilie, es fehlen Carmen Stähle-Rudolph sowie Oberkirchenrat Werner Baur)

Jahresmitgliederversammlung 2012

Neuer Vorstand und Verwaltungsrat für Verein Berneuchener Haus e.V.

Am 1. Juli fand im Berneuchener Haus Kloster Kirchberg die Jahresmitgliederversammlung 2012 des Vereins Berneuchener Haus e.V. statt. Der bisherige Vorstand und Beirat wurde entlastet und die neu gewählten Mitglieder des Verwaltungsrates und des Vorstands vorgestellt.

Zu Beginn der Mitgliederversammlung stand ein stiller Moment des Gedenkens: Der wiedergewählte Vereinsvorsitzende Steffen Bohnet gedachte gemeinsam mit den 57 anwesenden Vereinsmitgliedern, stellvertretend für alle Verstorbenen des vergangenen Jahres, dem ehemaligen Geistlichen Leiters des Berneuchener Hauses Michael Raithelhuber und dessen Frau Hildburg.

„Seit der letzten Mitgliederversammlung hat sich viel ereignet“, so begann Steffen Bohnet seinen Bericht. „Das Vorstandsgremium ist fast vollständig neu besetzt, Neueinstellungen wurden getätigt und ich habe das Motto „Zusammen wachsen und zusammenwachsen“ herausgegeben. Aus meiner Sicht haben sich diesbezüglich positive Veränderungen ergeben.“ Die Leitungsgremien der drei geistlichen Gemeinschaften (Berneuchener Dienst, Gemeinschaft St. Michael, Evangelische Michaelsbruderschaft) sowie des Vereins haben ihr Bewusstsein geschärft, dass wir nur gemeinsam eine Zukunft haben.“
Es gehe darum, so Bohnet, Gemeinsames zu entdecken, Verschiedenheit zu würdigen und zu respektieren, Kommunikation zu pflegen und Informationen großzügig zur Verfügung zu stellen, Transparenz zu schaffen und die Zusammenarbeit aktiv zu suchen und zu gestalten. Um dem Kirchberg eine stabile und nachhaltige Zukunft zu schaffen gelte es vor allem, nach vorne zu schauen und sich nicht nur mit den „alten Zeiten“ zu beschäftigen. Als eine große Aufgabe für die Zukunft des Hauses nannte Steffen Bohnet die Herausforderung Tradition und Erneuerung, Dienstleistung und Alltagstauglich zusammen zu bringen, ebenso wie Einzigartigkeit und soziale Akzeptanz des Hauses sowie die Schönheit und die Funktionalität.

Der Geistliche Leiter auf dem Kirchberg, Pfarrer Matthias Gössling sprach in seinem Beitrag von einem neuen Geist, der auf dem Kirchberg weht. „Es weht ein neuer Geist im Haus – weil in der Vergangenheit die richtigen Entscheidungen getroffen wurden. Dieser Geist der Neuanfangs wird auch von vielen Gästen empfunden. Das heißt aber nicht, dass wir das Rad neu erfinden, es heißt, dass wir für neue Ideen offen sind.“
Zu den Veränderungen, die sich in den vergangenen Monaten vollzogen haben, gehören kleine Modifikationen in den Tagzeitengebeten sowie in der Messe.
Als eine der Aufgaben, die für die kommenden Monate und Jahre anstehen, nannte Matthias Gössling eine Weiterführung des Generationenwechsels bei den Tagungsleitern. Zur wirtschaftlichen Situation des Berneuchener Hauses sagte Gössling: „Ich erlebe, dass unsere Arbeit unter finanziellem Aspekt eine Gradwanderung ist.“
Eine der neuen Ideen, von denen Matthias Gössling sprach, und die gleichzeitig eine finanzielle Herausforderung bedeutet, ist der angestrebte Umbau der Oberen Scheuer auf dem Kirchberg. Hier sollen neue Tagungsräume und eine Kapelle entstehen. „Es gab diesbezüglich“, so der kaufmännische Leiter des Hauses, Lothar Hölzle, „bereits erste Gespräche mit dem Land, das nun in Vorplanungen ist und Kostenvoranschläge erarbeitet.“ 
Bei seinem Blick auf das vergangene Vereinsjahr erinnerte Hölzle an die „Mammutaufgabe“ Internet. Mittlerweile verfügen sämtliche Tagungsräume sowie einige Gästezimmer über einen Internetanschluss – eine Ausstattung, die für viele Gastgruppen Voraussetzung für eine Buchung auf dem Kirchberg ist. Des weiteren wurde die Internetseite des Hauses komplett neu gestaltet und eine neue Telefonanlage in Betrieb genommen.
Für die Zukunft stehen weitere Sanierungsarbeiten an, eine Optimierung der Heizzentrale – auch unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit – sowie eine Anpassung der internen Prozesse an das veränderten Buchungsverhalten der Gäste: immer kurzfristigere Anmeldungen, immer kürzere Verweildauer.
Für das Jahr 2012 wagte Lothar Hölzle eine vorsichtig optimistische Vorhersage: „Nach den Verlusten in 2011 zeigt die Belegungsstatistik für das erste Halbjahr, dass wir im Aufwind sind.“
Nach einer musikalischen Pause mit Flöten und Klavier, gespielt vom Kirchberg Kantor Peter Ulkan, Herman Knierim sowie Ellen von Kieseritzky, folgte der Bericht des Schatzmeisters.
Harald Nier sprach von einem „sehr harten Jahr“ 2011 für den Verein. Auch wenn nach den umbaubedingten Schließzeiten des Frühjahres eine „erfolgreiche Aufholjagd“ begonnen habe, konnten die Verluste nicht mehr kompensiert werden. Dennoch lobte er die Ergebnisse der Sanierungsmaßnahmen: „Damit sind die „Nervenstränge“ des Hauses für die nächsten Jahrzehnte fit gemacht worden. An dieser Stelle möchten wir ganz herzlich Dank sagen an das staatliche Hochbauamt für die finanziellen Mittel aus der Staatskasse.“
Weitere Maßnahmen, so Nier weiter, hätten in der Bilanz des Hauses erhebliche negative Spuren hinterlassen, seien jedoch zur künftigen Existenzsicherung von Kloster Kirchberg geboten und in manchen Fällen unvermeidlich.
„Das Ziel der Kostendeckung wird seitens der Geschäftsführung und des Vereinsvorstandes konsequent verfolgt. Gleichwohl kann Kloster Kirchberg mit seiner Aufgabenstellung als geistliches Zentrum nicht ausschließlich nach den Prinzipien eines Hotelbetriebs gemanagt und finanziert werden. Der Verein ist auf Zuwendungen und Spenden angewiesen, wenn er seine ideelle Zielsetzung nachhaltig verwirklichen will.“
Diesbezüglich wies Harald Nier noch einmal auf die 2006 gegründete Stiftung Kloster Kirchberg – Berneuchener Haus hin, zu der nach wie vor Zustiftungen möglich sind.
Für 2012 entwickle sich die Belegung „zufriedenstellend, wenn auch weiter steigerungsbedürftig“. Zum Erreichen des durchaus ehrgeizigen Ziels von 17.300 Übernachtungen fehlen derzeit noch 2.700. Harald Nier: „Aber auch hier gilt, was uns in Matthäus 6, 33 zugesagt ist: Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes, wann wird euch solches alles zufallen. Wenn wir auf dem Kirchberg für Menschen im besten Sinne des Wortes attraktiv sind, wenn möglichst viele Gäste den Weg hierher finden, einen Ort zum Aufatmen haben, Ökumene erleben, vielleicht eine neue Lebensperspektive gewinnen, dann werden wir auch die notwendigen Mittel erhalten, um unser Kloster Kirchberg auf lange Zeit betreiben zu können.“
Im Anschluss an die Berichte folgte die Entlastung von Vorstand und Beirat sowie abschließend die Vorstellung des neuen Verwaltungsrats und Vorstands. Dem Verwaltungsrat gehören nun an: Dr. Manuel Zahn (Sprecher), Dr. Sabine Bayreuther (Stv. Sprecherin), Agnes Weber, Magdalena Lotz, Ulf Pomerenke, Carmen Stähle-Rudolph, Eva-Maria Knappe, Dr. Frank Lilie sowie Oberkirchenrat Werner Baur.
Den Vereinsvorstand bilden: Steffen Bohnet (1. Vorsitzender), Jürgen Renner (2. Vorsitzender), Harald Nier (Schatzmeister), Matthias Gössling (Geistl. Leiter), Lothar Hölzle (kaufm. Leiter), Margret Häßler sowie Christian Brinkmeyer.

Dagmar Kötting
Öffentlichkeitsarbeit Berneuchener Haus Kloster Kirchberg