02.03.2015

Helmuth Uhrig Jahresausstellung 2015 - „Das von Jesus von Nazareth …“

H. Uhrig "Emmaus"

H. Uhrig "Abendmahl", Hinterzarten

H. Uhrig "Abstraktion"

Nachdem die Kunstsammlung Helmuth Uhrig im Sulzer Kloster Kirchberg im Januar, Februar und Anfang März geschlossen war, findet nun am 15. März die Wiedereröffnung mit einer Vernissage zur Jahresausstellung 2015 statt; sie trägt den Titel: „Das von Jesus von Nazareth…“ – Vom Abendmahl bis Emmaus und „Abstraktionen“.

Der Arbeitskreis Helmuth Uhrig hatte beschlossen, für 2015 ein religiöses Thema passend zum Kirchenjahr zu präsentieren. Deshalb stehen Zeichnungen des Künstlers zur Passions- und Osterzeit im Vordergrund. Um 1964 hatte Uhrig einen Großauftrag für Glasfenster in der 1914 erbauten evangelischen Lukaskirche in Köln-Porz zu bewältigen. Es handelte sich um sechs großformatige Fenster mit je 24 Bildern, also insgesamt 144 Szenen. Hier schwebte dem Künstler die Idee einer „Kirche der lukanischen Gleichnisse“ vor. Da Uhrig in seinen Überlegungen immer den Raum mit einbezog, riet er der Kirchengemeinde zu einer monochromen Farbigkeit mit Grautönen, denn die Besucher sollten durch eine zu starke Farbigkeit der riesigen Fenster im Langhaus nicht erdrückt werden.

Zu sehen ist in der Kunstsammlung nun eines der Fenster, das thematisch vom Abendmahl bis zur Auferstehung reicht – entsprechend des Lukasevangeliums. Die beeindruckenden Szenen sind in vier Blöcken à sechs Skizzen nebeneinander ausgestellt.
Entwürfe zu farbigen Glasfenstern aus der evangelischen Kirche in Hinterzarten ergänzen das Fenster von Köln-Porz.

In zahlreichen Studien beschäftigte sich der Künstler mit der Interpretation der Geschichte der „Emmaus-Jünger“, die dem Auferstanden begegneten und ihn schließlich erkannten. Dann trugen sie die frohe Oster-Botschaft weiter an die anderen Jünger.
Diese großformatigen Tuschzeichnungen weisen eine für Uhrig typische Symbolik auf. Der Auferstandene ist dabei immer in eine Kartusche gehüllt. Uhrig waren um 1967 die Gestik und die Kommunikation zwischen den einzelnen Gestalten besonders wichtig.

Im Berneuchener Zimmer werden die Besucher einen ganz anderen Helmuth Uhrig kennenlernen. Dort sind mit Blei- und Buntstift geschaffene großformatige Studien zu sehen, bei denen er eine äußerst interessante Gestaltungsweise anwandte. In seinen freien Zeichnungen aus dem Unterbewussten gab es kein vorgegebenes Thema, dieses floss aus seinem Inneren aufs Papier. Neben den für Uhrig typischen Himmels- und Erdlinien für den göttlichen und irdischen Einflussbereich, kann man auch Menschengestalten erahnen. Aufgelöste Formen schließen an Uhrigs „Metamorphosen“ an und weisen vom Realen zum Abstrakten. Die Interpretation ist jedem Betrachter freigestellt.

Dr. Ingrid Helber, Kuratorin Kunstsammlung Helmuth Uhrig


Die Vernissage am 15. März beginnt um 15 Uhr mit der Begrüßung durch den Geistlichen Leiter des Berneuchener Hauses, Pfarrer Matthias Gössling. Dr. Ingrid Helber, die Kuratorin der Sammlung Helmuth Uhrig, erläutert in einführenden Worten Details zur Jahresausstellung 2015, der Kirchberger Kantor David Bosch sorgt für den musikalischen Rahmen des Nachmittags.

Hintergrundinformationen:
Die Kunstsammlung Helmuth Uhrig im Berneuchener Haus Kloster Kirchberg in Sulz am Neckar vermittelt einen Überblick über das Lebenswerk des Bildhauers, Malers, Glasmalers und Mosaikkünstlers.Helmuth Uhrig (1906 - 1979) hinterließ ein umfangreiches künstlerisches Lebenswerk und machte sich vor allem im Bereich der christlichen Kunst des 20. Jahrhunderts einen Namen.Das künstlerische Erbe Helmuth Uhrigs kann heute an vielen öffentlichen Gebäuden und evangelischen Kirchen betrachtet werden: Aus Holz, Stein, Kupfer oder Bronze schuf der Künstler unter anderem Kanzeln, Altäre, Taufsteine, Figuren und Reliefs.Der in Heidenheim an der Brenz geborene Künstler war Mitglied der Evangelischen Michaelsbruderschaft, nach seinem Tod kam sein künstlerischer Nachlass deshalb ins Berneuchener Haus Kloster Kirchberg, das geistliches Zentrum der Bruderschaft ist. Die Sammlung wird betreut von der Kuratorin Dr. Ingrid Helber sowie dem Arbeitskreis Uhrig.