24.05.2012

Feuerwehrunterweisung auf dem Kirchberg

Sicherheitstechnische Unterweisung - eigentlich eine trockene Pflichtübung. Nicht so auf dem Kirchberg mit dem Renfrizhausener Feuerwehrkommandanten Helmut Mutschler.

Wasser Marsch im Kreuzgang
Renfrizhausener Feuerwehrkommandant auf dem Kirchberg

Wasser Marsch hieß es am Donnerstagmorgen im Kreuzgang von Kloster Kirchberg. Es war jedoch kein Einsatz, den Helmut Mutschler, Kommandant der Feuerwehr Sulz-Renfrizhausen, leitete, sondern der praktische Teil einer sicherheitstechnischen Unterweisung. Die Mannschaft des Tagungs- und Einkehrhauses war fast komplett angetreten, um sich über das Verhalten im Brandfall zu informieren. Helmut Mutschler, nach eigenen Aussagen nicht von Berufs wegen Feuerwehrmann, sondern aus Berufung, spickte seine Ausführungen mit allerlei Beispielen aus seiner langjährigen Erfahrung und machte die eigentlich trockene Materie zu einem spannenden Thema. Dem Kirchberg fühlt sich der Renfrizhausener Floriansjünger seit Jahrzehnten eng verbunden, schon bei dem verheerenden Brand des Konventgebäudes 1979 sowie bei einem weiteren Feuer im Jahr 1996 war er mit seinen Kollegen im Einsatz. Und auch beim diesjährigen Klosterfest am 1. Mai sorgten Mitglieder der Renfrizhausener Wehr für Ordnung bei der Parkplatzsuche.

Die fast 40 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vom Berneuchener Haus lauschten denn auch aufmerksam dem Vortrag, erfuhren wie die Feuerwehren im Landkreis aufgestellt sind, wie ein Einsatz und die Ausbildung der freiwilligen Feuerwehrleute aussehen und dass der Spruch „allzeit bereit“ tatsächlich wörtlich zu nehmen ist: „Wenn mein Piepser jetzt losgehen würde, dann lasse ich Sie einfach hier stehen und muss los“, so Helmut Mutschler. Glücklicherweise gab es keinen Störfall und der 54-Jährige konnte die neugierigen Zuhörer mit vielen guten Tipps versorgen. „Auch wenn der Schadensfall Ihnen noch so klein vorkommen mag“, appellierte er an die Anwesenden, „scheuen Sie sich nicht, die Feuerwehr zu rufen, und wenn nur der Mülleimer ist, der brennt. Es macht Ihnen nachher keiner einen Vorwurf. Im Gegenteil, Sie werden für Ihr vorausschauendes Handeln gelobt.“

Mitgebracht hatte Helmut Mutschler auch die Atemschutzausrüstung und er führte vor, wie die 17-Kilo schwere Sauerstoffflasche und die Atemmaske zum Einsatz kommen. Das ist immer dann der Fall, wenn Feuerwehrleute in ein brennendes Gebäude hinein müssen. „Überall ist dann Rauch und Qualm, da sieht man die Hand vor Augen nicht“, weiß Helmut Mutschler und er rät: „Gehen Sie runter auf den Boden, da können Sie besser sehen, denn der Rauch steigt immer nach oben.“ Ganz wichtig auch, so der Fachmann: Ruhe bewahren, dann den Brand unter 112 melden, sich selbst und Hilfsbedürftige in Sicherheit bringen, den gekennzeichneten Fluchtwegen folgen und – Türen schließen. „Die wenigsten Menschen, die bei einem Feuer ums Leben kommen, verbrennen. Die meisten sterben an einer Rauchgasvergiftung. Wenn Türen geschlossen sind, dämmt das die Gefahr ein.“ Lebensrettend kann auch ein Rauchmelder sein und Helmut Mutschler rät jedem, diese kleinen Geräte zu Hause zu installieren. Mit der lautstarken Vorführung des Alarms bewies er dann: „Davon wacht garantiert jeder auf.“

Dann berichtet Helmut Mutschler noch einmal vom Brand 1996 im Konventgebäude. Damals waren Gäste in ihren Zimmern eingeschlossen, weil das Treppenhaus voller Rauch war. „Hier heißt es auch wieder Ruhe bewahren, Türe schließen und am offenen Fenster auf Hilfe warten.“ Und weil die Mitarbeiter eines Beherbergungsbetreibes in einer besonderen Rolle sind, hat er noch einen weiteren hilfreichen Tipp: “Wenn Sie im Brandfall jemandem am Fenster sehen, der schreit und möglicherweise herunterspringen will – beruhigen sie ihn, halten sie ihn davon ab. Es dauert einfach seine Zeit, bis wir von Renfrizhausen hier oben sind.“

Zum praktischen Löschtest ging es dann in das Konventgebäude und dort an einen Wandhydranten im Erdgeschoss. Helmut Mutschler führte vor, wie man den dort deponierten Schlauch ausrollt, ihn anschließt, mit dem Löschkopf verbindet und schließlich hieß es vor der Tür im Kreuzgang „Wasser Marsch“. Auch Matthias Gössling, der geistliche Leiter des Kirchbergs, griff zum Schlauch und versuchte sich beim Löschen. Der kaufmännische Leiter, Lothar Hölzle bedankte sich derweil für die aufschlussreiche Unterweisung und lobte die enge Zusammenarbeit mit der Feuerwehr in Renfrizhausen. Zum Abschluss appellierte Beate Wassermann, Hauswirtschaftsleiterin im Berneuchener Haus, noch einmal an alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter: „Wenn Sie jetzt zurück an Ihren Arbeistplatz gehen, dann achten Sie einmal bitte ganz genau darauf, wo der nächste Feuerlöscher ist und wie die Fluchtwege verlaufen. Und denken Sie bitte daran, Fluchtwege nicht zu verstellen. Wenn solche Dinge verinnerlicht sind, dann kann man im Notfall viel schneller reagieren.“