28.12.2016

Ein starker Oktober und große Pläne - Jahrespressegespräch im Berneuchener Haus

Gestiegene Übernachtungszahlen, anstehende Großprojekte, der Veranstaltungsplan im neuen Design und ein Programm 2017, das zahlreiche neue Tagungen bietet - einige Stichpunkte des Jahrespressegesprächs im Berneuchener Haus Kloster Kirchberg , das am 22. November stattfand.

„Wir haben das Sommerloch gut überstanden und im Herbst wieder aufgeholt durch einen sehr starken Oktober“, so Lothar Hölzle, der Kaufmännische Leiter im Berneuchener Haus. „Wir werden in diesem Jahr 17.900 Übernachtungen erreichen. Unser Break-Even liegt bei 18.000. Das ist ein Grund, dankbar zu sein.“ Man sei die Herausforderungen, die sich in den vergangenen Jahren gestellt haben, angegangen: die Gruppen bleiben oft nur noch einen Tag, ohne Übernachtung, immer öfter gibt es einen fast fliegenden Wechsel mit nur einer Stunde Zeit zum Zimmerputzen und die Nachfrage nach Events wie Grillabenden oder Bierproben steigt stetig. Lothar Hölzle: „Früher waren die Übernachtungen der größte Umsatzträger, 2016 hat die Verpflegung die Übernachtungseinnahmen überholt. Um das zu stemmen, muss das gesamte Team immer flexibler werden.“

Insgesamt erwartet Lothar Hölzle zwar kein positives Betriebsergebnis, mit Spenden und Nachlässen wird das Gesamtergebnis für das Berneuchener Haus 2016 jedoch im grünen Bereich liegen.

Für 2017 plant man auf dem Kirchberg mit nur 17.500 Übernachtungen - es stehen Baumaßnahmen an, die sowohl den größten Tagungsraum, den Kapitelsaal, als auch einige Gästezimmer betreffen. „Bereits 2011 haben wir im Erdgeschoss des Konventgebäudes begonnen, die maroden Abwasserrohre zu ersetzen, nun sind weitere Rohrstränge an der Reihe. Die Gussrohre sind zerfressen und es ist Wasser ins Mauerwerk geflossen. Neun Gästezimmer werden über einen Monat nicht nutzbar sein, der Kapitelsaal für insgesamt drei Monate.“

Und es gibt zwei weitere Großprojekt, die man in Angriff nehmen wird und nehmen möchte. Bis zur Jahresmitte soll das lang geplante Kolumbarium hinter der Johanniskirche fertiggestellt sein, fast alle notwenigen Genehmigungen liegen vor. Zahlreiche Mitglieder des Vereins Berneuchener Haus, die sie sich dem Kirchberg eng verbunden fühlen und dort ihre letzte Ruhestätte finden möchten, hatten die Anregung zu dieser Urnenbegräbnisstätte gegeben. Das Kolumbarium aus Stahl und Stein wird die Form zweier Tore haben, die den Durchgang von dieser in eine andere Welt symbolisieren.
Noch um einiges größer ist das zweite Projekt, das man auf dem Kirchberg realisieren möchte: der Umbau der Oberen Scheuer mit einer Gesamtsumme von rund 1,9 Millionen Euro. 700.000 Euro fehlen noch, mit viel Energie und Herzblut sind die Kirchberger aktuell dabei, die verschiedensten Möglichkeiten finanzieller Unterstützung abzuklopfen, von der Fernsehlotterie bis hin zu Stiftungen, und natürlich erhofft man sich auch von Seiten der Freunde und Förderer des Hauses Unterstützung für dieses, für die erfolgreiche Zukunft des Hauses, so wichtige Projekt. Lothar Hölzle: „Unsere Gastgruppen stellen immer größere Anforderungen an die Tagungsräumlichkeiten und zusätzliche Räume sind dringend notwendig. Wenn die Finanzierung bis Januar 2017 steht, kann der Baubeginn in der Oberen Scheuer Mitte 2017 sein und die Eröffnung ist für den 1. Advent 2018 geplant.“

Den zweiten Part im Jahrespressegespräch übernahm Pfarrer Matthias Gössling, der Geistliche Leiter des Hauses, der eine positive Bilanz des Veranstaltungsgeschehens 2016 zog: „Wir hatten in diesem Jahr 104 eigene Veranstaltungen geplant, es gab acht Stornierungen, das sind lediglich 7,7%. Andere Häuser liegen weit darüber.“
Auf großes Interesse stieß der Kongress „Religion und Meditation“, der am Wochenende zu Ende gegangen war. Für die 50 möglichen Plätze hatte es 80 Anmeldungen gegeben. Im kommenden Jahr wird es eine weitere Veranstaltung dieser Art geben; zum Symposion „Religion und Heilung“ wird eine hochkarätige Referentenriege erwartet und auch für 2018 plant man eine Fortsetzung unter dem Titel: Religion und Politik.

Zum neuen Veranstaltungsplan 2017 sagte Matthias Gössling: „Wir sind froh und dankbar, dass die Neugestaltung so gut angekommen ist, wir haben viel positives Feedback bekommen.“ Frischer und „moderner“ ist das Outfit jetzt, es gibt erstmals ein Inhaltsverzeichnis und auch die drei Berneuchener Gemeinschaften werden im Jahresplan mit einigen ihrer Veranstaltungen vorgestellt.
Auf einige Seminare in 2017 wies Matthias Gössling besonders hin: „Leben und Beten mit dem Smartphone“ im Januar, die musikalischen Veranstaltungen, bei denen es sowohl bekanntes wie die Ostersingwoche gibt, aber auch Premieren wie ein Seminar zu Gregorianischen Chorälen im Mai oder das Chor-Atelier mit Prof. Jürgen Budday im September.
Im Zeichen des Lutherjahres steht eine Veranstaltung im Februar: Einander zeigen, was wir lieben - ein Wochenende zum Reformationsjubiläum. Matthias Gössling: „Ich hoffe bei diesem Seminar auf einen lebendigen Austausch unter Christen unterschiedlichster Couleur. Das ist eine Veranstaltung, die mir besonders am Herzen liegt.“
Der „Erlebnissommer“ mit verschiedensten Workshops - kreativ, geistlich, sportlich-spielerisch - für Erwachsene, Jugendliche und Kinder geht im August in die zweite Runde. Dabei können die Gäste entscheiden, ob sie einen der Kurse belegen und fünf Tage bleiben oder zwei Kurse und 10 Tage auf dem Kirchberg Ferien machen.
Ein besonderes Highlight wird sicherlich das Seminar „Übergänge im Älterwerden“ sein, bei dem es um die selbstbestimmte und sinnstiftende Gestaltung des Alters geht und für das das Kirchberger Planungsteam den ehemaligen Bremer Oberbürgermeister Dr. Henning Scherf für einen öffentlichen Vortrag gewinnen konnte.

Unter der Regie des Kirchberger Kantors David Bosch wird auch die Reihe der Konzerte in der Johanniskirche fortgesetzt. Auf dem Programm stehen Orgelkonzerte, Klezmer und jiddische Lieder oder auch wieder Hagios - das gesungene Gebet mit Helge Burggrabe.

„Und nicht zuletzt“, so Matthias Gössling, „möchte ich noch auf den Kirchberger Dialog hinweisen. Die mittlerweile 12. Ausgabe widmet sich dem Thema „Führen im komplexen Systemen“ und verspricht spannende Einblicke für Führungskräfte aus Wirtschaft und Sozialwirtschaft.“

Alle Informationen über die Veranstaltungen im Berneuchener Haus Kloster Kirchberg in Sulz am Neckar finden Sie unter www.klosterkirchberg.de

Bildunterschrift: Pfarrer Matthias Gössling (l.) und Lothar Hölzle vor der Oberen Scheuer, die zu einem neuen Tagungszentrum umgebaut werden soll.