30.10.2017

Ein neuer Azubi auf dem Kirchberg

Zum neuen Ausbildungsjahr gibt es im Berneuchener Haus Kloster Kirchberg auch einen neuen Lehrling: Der junge Mann heißt Eugen Tschukanow und wird zum Hauswirtschafter ausgebildet.
Bis zu dieser Ausbildung war es für Eugen Tschukanow ein ziemlich weiter Weg: Nach dem Hauptschulabschluss besuchte er eine hauswirtschaftliche Schule für ein Berufseinstiegsjahr, es folgten der Besuch einer kaufmännischen Schule, der Realschulabschluss und ein Jahr auf einem kaufmännischen Berufskolleg. Zwei Jahre lang war er dann auf Jobsuche, ohne Erfolg.
Wohl ein Grund dafür, dass Eugen Tschukanow keine Lehre oder einen Arbeitsplatz bekam, ist, dass er seit seinem 10. Lebensjahr stottert. Direkt angesprochen, so erzählt der 27-Jährige, habe bisher kein Arbeitgeber dieses Thema, aber die Vermutung liegt nahe, dass eine Absage oft aufgrund der Sprechstörung erfolgte.
Schließlich entschloss sich Eugen Tschukanow, in einem Altenheim den Bundesfreiwilligendienst zu leisten. „Dort in Gomaringen hat es mir sehr gut gefallen und ich war dort im Bereich Hauswirtschaft eingesetzt. Insgesamt war ich 17 Monate dort und ich habe gemerkt, die Hauswirtschaft, das wäre wirklich etwas für mich.“ Also machte er sich wieder auf die Ausbildungsplatzsuche und hatte Erfolg im Sulzer Berneuchener Haus. Die Berufsschule besucht Eugen Tschukanow in Villingen-Schwenningen - dort ist er einer von drei männlichen Azubis in der Klasse.
Im Kloster Kirchberg erwarten ihn nicht nur die Hausreinigung, die Küche, der Service im Speisesaal, sondern auch Arbeiten in der weitläufigen Außenanlage des Kloster: „Ich freue mich auf die abwechslungsreichen Tätigkeiten“, sagt der Azubi, „da wird es mir bestimmt nicht langweilig. Und ich finde es gut, dass ich in einem kirchlichen Haus meine Ausbildung machen kann“, ergänzt er. „Ich glaube an Gott und ich habe schon erlebt, dass Gebete bei vielem helfen können.“