15.10.2018

Haus und Hof in neuer Hand - Zwei Neuzugänge auf dem Kirchberg

Günter Wegenast

Nicolas Redlitz

Im Berneuchener Haus Kloster Kirchberg gab es im Oktober einen Wechsel im Bereich Haus und Hof. Thomas Haid, Hausmeister seit 2014, hat das Zepter an Günter Wegenast übergeben. Der 54-jährige Neuzugang ist ausgesprochen vielseitig, hat er doch zwei Berufsausbildungen absolviert: als Landmaschinenmechaniker und als Altenpfleger. Nach seiner ersten, technischen Ausbildung war er unter anderem im Maschinenring im Einsatz und arbeitete dann in einer großen Sulzer Firma im Wareneingang als Kontrolleur. Ende der 1990er-Jahre machte er eine Umschulung zum Altenpfleger. In der Folge arbeitete er in Seniorenhäusern der BruderhausDiakonie sowie von privaten Trägern. „Ich habe in der Tagespflege, in Nachtwachen und in der ambulanten Pflege gearbeitet“, erzählt Günter Wegenast. „Zum Schluss habe ich in einer Einrichtung gearbeitet, wo ich zusätzlich Hausmeisteraufgaben übernommen habe.“ Neben seiner pflegerischen Brot-Arbeit übernahm Günter Wegenast über die letzten Jahre auch die Pflege seiner Großmutter, seiner Mutter, seines Vaters und einer Tante. Dazu kam für den Bauernsohn auch noch die Arbeit in der Nebenerwerbslandwirtschaft. Vor kurzem, eine mögliche Selbständigkeit im Pflegebereich hatte er da bereits verworfen, entschloss sich Günter Wegenast zu einer Umorientierung: „Ich wollte nicht mehr in der Pflege arbeiten. Es heißt zwar immer, der Beruf des Altenpflegers sei wichtig, aber niemand will es machen, weil es nicht gut bezahlt wird und die Anerkennung fehlt. Wenn ich mich nochmal entscheiden könnte, dann würde ich Krankenpflege lernen, da hat man mehr Anerkennung.“ Just zu diesem Zeitpunkt las der Holzhausener die Stellenanzeige vom Berneuchener Haus in Sulz, dass dort ein Hausmeister gesucht wird und nun hat er im Oktober seine neue Stelle angetreten. „Die Stelle als Hausmeister auf dem Kirchberg vereint alles“, sagt er. „Ich habe technisches Know-how, ich bastele gerne, ich habe gerne mit Menschen zu tun. Es wird hier abwechslungsreich sein und eine Herausforderung. Darauf freue ich mich.“
In seiner Freizeit kocht Günter Wegenast gerne zur Entspannung oder er kümmert sich - als Obst- und Gartenfachwart - um seine Stückle und den Wald. Und dann beschäftigt sich der zweifache Vater natürlich auch liebend gerne mit seinen beiden Enkelkindern, zu seinem Bedauern wohnt das eine viele Hundert Kilometer weit weg. Ende Oktober wird Günter Wegenast dem Kirchberg schon wieder den Rücken kehren, aber nur für ein paar Urlaubswochen und um sich einen großen Traum zu erfüllen. „Das ist schon seit meiner Jugend ein Traum, einmal in Israel auf den Spuren Jesu zu wandeln.“

 

Nicolas Redlitz hat im September seinen Freiwilligendienst als FSJ´ler angetreten. Der 17-Jährige stammt ursprünglich aus Niedersachsen und zog vor drei Jahren mit seinem Vater und seinem kleinen Bruder nach Haigerloch-Gruol. In diesem Sommer schloss Nicolas Redlitz die Realschule ab und entschloss sich, zuerst einmal ein soziales Jahr zu absolvieren. „Wir müssen uns ja schon vor Ende der 10. Klasse entscheiden, welche Berufsausbildung wir machen wollen. Wenn man dann fertig ist damit, dann merken doch viele: Das ist eigentlich gar nicht das, was ich machen wollte. Um das zu vermeiden, habe ich mich für ein Freiwilliges Soziales Jahr entschieden, obwohl ich eigentlich schon einen Ausbildungsplatz als Sport- und Fitnesskaufmann hatte.“ Und wie ist er auf den Kirchberg gekommen? „Ich bin zur Diakonie gegangen, dort hat man mir die Stelle auf dem Kirchberg und eine in einem Altenheim in Haigerloch angeboten. Aber das wäre nichts für mich gewesen.“ Nun, nach einigen Wochen im Dienst ist er sicher, die richtige Entscheidung getroffen zu haben: „Ich kann hier drinnen und draußen arbeiten, es gibt immer etwas zu tun und das gefällt mir.“ Der kirchliche Background auf dem Kirchberg ist für den jungen Mann, der erst mit 15 getauft und konfirmiert wurde, etwas Neues: Das Küstern fällt mir etwas schwer, aber ich finde es interessant, die Religiosität hier kennenzulernen. Ich lerne gerne Neues.“
Was Nicolas Redlitz nach dem Freiwilligendienst machen will, weiß er eigentlich schon ziemlich genau. Er möchte sich bei der Bundeswehr verpflichten, die Feldwebellaufbahn einschlagen und - sein absoluter Wunschtraum - Transportluftfahrzeugführer werden, will heißen: Pilot für Transall-Maschinen. Dabei ist es nicht nur die Faszination Fliegen, die für diesen Berufswunsch ausschlaggebend ist: „Der Staat ist ein guter Arbeitgeber, es gibt bei der Bundeswehr sehr viele Karrieremöglichkeiten, auch ohne Abitur, man hat später mal eine gute Rente, und ich mache etwas, wo ich vielleicht Positives bewirken kann.“
Eine Karrierebesprechung bei der Bundeswehr hatte er schon, nun starten die Bewerbungsabläufe. Die körperlichen Voraussetzungen für die Pilotenkarriere bringt Nicolas Redlitz mit, denn seine größte Leidenschaft ist das Training im Sportstudio. Dort hat er während der Schule schon gearbeitet und dort geht er jeden Abend nach getaner Arbeit auf dem Kirchberg hin. Für mehr Hobbies bleibt keine Zeit, denn eine Freundin gibt es schließlich auch noch.